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© Dupuis |
Im Jahr 1947 wurde im L'Almanach André Franquins erste kurze Geschichte mit dem jungen Pagen veröffentlicht, Fantasio et son tank. Jijé, damals Zeichner der Abenteuer von Spirou, war von der Arbeit so beeindruckt, dass er die Serie von da an Franquin überließ. Im folgenden Jahr erschien dann das Album mit dem schlichten Titel Spirou et Fantasio, das neben dieser Geschichte noch das von Jijé begonnene Les maisons préfabriquées sowie L'héritage de Spirou und Le savant fou enthielt. Jetzt ist diese erste Ausgabe in Kolorierung und Format originalgetreu nachgedruckt worden, im beinahe quadratischen Format mit rotem Leinenrücken und mit beigelegtem illustrierten Faltblatt mit Informationen über die Hintergründe. Wenn diese Geschichten seither auch in den ersten Beiden Spirou-Sonderbänden greifbar waren, ist dieses wunder- schöne Faksimile doch ein Lecker- bissen für alle Comic-Nostalgiker. Aber Achtung - die Auflage ist limitiert! 104 S., HC, 21,5 x 22,8 cm, € 42,00 zur Autorenliste Franquin zur Sonderseite Spirou |
© Marsu Productions |
Es ist wohl eine der bezauberndsten Liebesgeschichten des Comics, die André Franquin im Spirou-Album Le nid des marsupilamis erzählt: Wie das Marsupilami um die Marsupilamin wirbt, ihr Herz gewinnt und schließ- lich mit ihr das berühmte Nest baut. Frédéric Jannin, alter Weggefährte und Mitarbeiter Franquins, hatte jetzt die schöne Idee, das Album auf diese Geschichte einzudampfen. Er hat alle Szenen, in denen Spirou, Fantasio und andere Menschen auftauchen, weggekürzt, die Panels neu koloriert und im Querformat ummontiert und so ein hinreißendes Buch geschaffen, das eben nur die tierische (und daher auch für nicht des Französischen mächtige Leser mit großem Vergnügen zu genießende) Histoire d'amour enthält. 46 S., HC, 30 x 23 cm, € 13,90 zur Autorenliste Franquin |
© Marsu Productions |
Zu André Franquins Idées noires braucht man wohl nichts mehr zu sagen - die Schwarzen Gedanken sind ein großer Klassiker der Comicliteratur. In dieser neuen Facsimile-Ausgabe sind jetzt sämtliche Originalseiten in hervorragender Druckqualität wiedergegeben, so wie sie der Meister selbst abgeliefert hat, also ohne spätere Retuschen, aber mit handschriftlichen Anmerkungen und Skizzen, ganz so, als könne man ihm bei der Arbeit über die Schulter schauen. Darüberhinaus enthält der Band Franquins Entwürfe für das Cover, die Rückseite und die Innentitel. Ein atemberaubendes Buch für Sammler und Liebhaber, auf 3000 Exemplare limitiert und nummeriert.
106 S., HC, 30 x 43 cm, € 139,00 zur Autorenliste Franquin |
© 12bis |
Parallel zur deutschen Ausgabe erschienen auch die Originalversionen der beiden neuen Bände der Reisenden im Wind unter dem Titel La petite fille Bois-Caïman. Und da das ja schon ein ziemliches Ereignis ist, erschienen die Bände auch in einer schwarzweißen, auf 799 Exemplare limitierten Luxusausgabe im Großformat in edlem Schuber, mit beiliegendem nummerierten und signierten Druck. Außergewöhnliche Objekte - lieferbar natürlich nur, solange der Vorrat reicht!
84 S., HC, 31 x 42,5 cm, je € 190,00 PS: Selbstverständlich sind auch die regulären Alben erhältlich, in Größe und Aufmachung mit der deutschen Ausgabe identisch, zum Preis von je € 21,90. zur Autorenliste Bourgeon |
© Futuropolis |
Es gibt Bücher, geschriebene und gezeichnete, die sind ein kleines Wunder. Man taucht so tief in ihre Geschichte und ihre Atmosphäre ein, dass man sie wie ein Erlebnis in Erinnerung behalten wird. Rébétiko (La mauvaise herbe) ist so ein Buch. Geschildert werden vierundzwanzig Stunden im Leben von fünf Musikern im Piräus des Jahres 1936, als der Rembetiko noch eine subversive Kraft entwickelte, die vom gerade an die Macht gekommenen Regime gefürchtet und bekämpft wurde. Stavros, Markos, Batis, Artemis und 'Chien' ziehen durch die Stadt, trinken, rauchen Haschisch, haben Probleme mit Frauen, Ganoven und Polizisten - und spielen natürlich ihre Musik, den "griechischen Blues". David Prudhomme erzählt all das so eindringlich wie beiläufig. Vor allem aber hat er in diesem Buch seinen flächigen Zeichenstil durch eine nuancenreichere Linienführung und eine leuchtende Farb- gebung, die das strahlende mediterrane Licht ebenso einfängt wie die Schatten der schummrigen Hafentavernen, zu einer Bildsprache weiterentwickelt, die eine Intensität erzeugt, so hypnotisch wie der Rembetiko selbst. 104 S., HC, 22,5 x 29 cm, € 28,90 zur Autorenliste Prudhomme |
© Gallimard |
Es ist durchaus nicht so, dass Joann Sfar während seiner diversen Filmarbeiten den Zeichenstift nicht in die Hand genommen hätte - im Gegenteil, als weiteren Beweis seiner erstaunlichen Produktivität und Kreativität hat er sich in ein seit Längerem geplantes Projekt gestürzt, eine breit angelegte Fantasy-Saga. In L'ancien temps ("Mein Kleiner Hobbit", wie er es in einem Interview einmal genannt hat) erzählt er von einem tapferen jungen Mann mit reinem Herzen und einer schönen jungen Frau, die sich ab und zu in einen Fuchs verwandelt, außerdem von unzähligen phantastischen Kreaturen, von heldenhaften Kämpfen und wunderbarer Zauberei. Und selbstverständ- lich geht es um eine geheimnisvolle Suche von philosophischem Ausmaß. Sfar lässt seiner Fabulierlust und seiner Zeichenkunst freien Lauf, zum großen Vergnügen des Lesers. 'Héroic Fantasy' mal ganz anders! Bd. 1 Le roi n'embrasse pas HC, 128 S., 23 x 31 cm, € 32,00 zur Autorenliste Sfar |
© Futuropolis |
Nach Nicolas de Crécy, Marc-Antoine Mathieu und Éric Liberge ist Bernar (neuerdings ohne d!) Yslaire nun der vierte Comicautor, der im Auftrag des Louvre ein Album über ebendieses Museum gezeichnet hat. Für das Szenario hat er dabei keinen Geringeren als Jean-Claude Carrière gewonnen, den bekannten Schriftsteller und Drehbuchautor, der mit so bekannten Regisseuren wie Luis Buñuel, Milos Forman, Andrzej Wajda und Louis Malle zusammengearbeitet hat. In Le ciel au-dessus du Louvre erzählen die beiden aus den Anfangszeiten des Museums während der Französischen Revolution, als das ehemalige Königsschloss zur Ausstellungsstätte revolutionärer Kunst werden sollte. Während Carrière sich für den gleichnamigen Film Wajdas bereits mit Danton beschäftigt hat, steht nun dessen Mitstreiter und Widersacher Robespierre und seine Auseinandersetzung mit dem Maler David im Mittelpunkt. In diese 'große' Geschichte verwoben ist die private Geschichte eines jungen Mannes, der von weither nach Paris kommt. Sein - Yslaire- Kennern sicherlich bekannt vorkommender - Name: Jules Stern... 72 S., HC, 26,5 x 28 cm, € 23,90 zur Autorenliste Yslaire |
© Dupuis
Limitierte Schmuckbox mit dem neuen Band 53 der klassischen Funny- Reihe Les Tuniques bleues (dt. Die Blauen Boys) von Lambil und Cauvin - Sang bleu chez les bleus - sowie zwei Kunstharzfiguren: Sergent Chesterfield (13,5 cm hoch) und Caporal Blutch (11,5 cm). Lieferbar solange der Vorrat reicht! Album: 48 S., HC, 22 x 30 cm, Box: € 39,90 |
![]() © Éditions Albert René |
Man mag vom neuen Astérix halten, was man will, aber man kommt mal wieder kaum an dem Ereignis der laufenden Comic-Saison vorbei. Daher der Hinweis auf die bei uns lieferbaren verschiedenen Ausgaben:
französisch L'anniversaire d'Astérix & Obélix - Le livre d'or € 13,90 spanisch El aniversario de Astérix & Obélix - El libro de oro € 19,90 PS: Selbstverständlich sind nach wie vor auch alle anderen Bände in diesen Sprachen erhältlich! zur Autorenliste Uderzo |
© Dargaud |
Es ist schon erstaunlich, welche Bandbreite Manu Larcenet in seinen zahlreichen Comics unter Beweis stellt. Sein Spektrum reicht von überdrehtem Nonsens (wie etwa in Bill Baroud) über realistische Alltagsschilde- rungen (wie in Le combat ordinaire) bis zu depressiv-autobiographischen Skizzen (Dallas Cowboy und folgende). Mit seiner neuen Geschichte Blast, deren erster von drei geplanten Bänden soeben erschienen ist, beschreitet er schon wieder neue Wege, erzählerisch wie auch graphisch. In schwarzweißen Tuschezeichnungen breitet er die Geschichte eines Mannes aus, der auf einem Polizeirevier verhört wird, dort aber keine sachdienlichen Aussagen macht, sondern über sein Leben berichtet, darüber, wie er aus dem geregelten Alltag herausgefallen ist und wonach er in seinen scheinbar ziellosen Irrungen dennoch sucht. Eine so düstere wie poetische Erzählung - und eine neue Facette im so vielfältigen Werk Larcenets. Bd. 1 Grasse carcasse 208 S., HC, 21 x 28 cm, € 29,90 zur Autorenliste Larcenet |
© Gallimard |
Irgendwo in der Westschweiz im Jahr 1951: Eine Frau gerät auf dem Weg ans Krankenbett ihres verunglückten Mannes in einen Verkehrsstau. Sie setzt ihren Weg zu Fuß fort, zunächst an den stehenden Autos vorbei, dann durch einen Wald, erreicht das einsam gelegene Krankenhaus und verirrt sich in dessen labyrinthartigen Gängen und Fluren. Auf ihrem Weg hat sie einige persönliche Erinnerungen und bizarre Begegnungen...
Mit dieser ungewöhnlichen, souverän erzählten und bis zu ihrem überraschenden Ende fesselnden Geschichte - die einem David Lynch alle Ehre machen würde - legt Frederik Peeters eines der herausragenden Alben dieses Herbstes vor, in einem realistischeren (doch ebenso meisterhaften) Stil gezeichnet als seine bisherigen Comics wie Pilules bleues oder RG. Spätestens nach diesem Band muss man Peeters zu den großen Comicautoren seiner Generation zählen! 92 S., HC, 22 x 31 cm, € 23,90 zur Autorenliste Frederik Peeters |
© Flammarion |
Kaum kommt Hervé Bourhis' umfang- und detailreiches Kleines Rockbuch auch auf Deutsch heraus, legen die Franzosen schon wieder nach: Der Musikjournalist Vincent Brunner beschränkt sich in seinem Buch Rock Strips allerdings auf dreißig für die Geschichte des Rock wesentliche MusikerInnen und Bands - von Elvis und Little Richard über die Beatles, die Stones, Pink Floyd, Led Zeppelin, Bowie, die Sex Pistols und Nirvana bis zu den White Stripes - deren Werdegang und deren Musik er in launigen Texten vorstellt. Und zu allen dreißig gibt es außerdem einen mehrseitigen schwarzweißen Comic von den unterschied- lichsten Autoren, unter anderem von Serge Clerc, Charles Berberian, Matthieu Sapin, Riad Sattouf, Killoffer, Jochen Gerner, Blexbolex, François Ayroles, Vincent Vanoli, Ruppert & Mulot und Jean-Christophe Menu. Man sieht, die Crème der aktuellen Autorenzeichner hat es sich nicht nehmen lassen, für dieses Buch eine Geschichte über ihre Lieblingsrocker beizusteuern. Ein großes Vergnügen für die Freunde ihrer Kunst - und die Liebhaber des Rockcomics werden sich schon allein am Titelbild erfreuen, das natürlich eine Hommage an Filips' legendäres La revanche du rocker masqué ist. 240 S., SC, s/w, 17 x 24 cm, € 36,00 |
© Sarbacane |
Frankreich, du hast es besser - jedenfalls, was deine Comickultur angeht. Das breite Publikumsinteresse erlaubt es, dass dort Alben publiziert werden können, für die der Markt bei uns wohl schlicht nicht groß genug wäre. Wieder einmal erscheint ein ursprünglich deutschsprachiger Comic bis auf weiteres nur jenseits des Rheins. In seinem ersten Album Tipping Point - Téhéran 1979 schildert der Berliner Zeichner Hamed Eshrat eindrücklich die Erlebnisse seiner Eltern im Iran zur Zeit der "Islamischen Revolution". Zu Beginn lebt das junge Paar glücklich und zufrieden im iranischen Kurdistan und erwartet sein zweites Kind - den Autor selbst. Da der Vater aber für den Geheimdienst Savak arbeitet, ändert sich die Lage mit den ersten von Khomeini angeschürten Demonstrationen gegen den Schah. Die Familie muss sich verstecken und erlebt den Umsturz im Verborgenen. Eine fesselnde Darstellung der Ereignisse aus einer ungewöhnlichen Perspektive.
112 S., s/w, HC, 18,2 x 22,8 cm, € 23,90 |
© Dargaud |
Wer sich die unschöne Entwicklung des Radsports anschaut, kann schon mal nostalgische Gefühle für die gute, alte Zeit entwickeln, wie sie in den Anekdoten der Tour-Reporter immer wieder aufscheint. Der Kinderbuchillustrator Nicolas Debon hat offenbar aus eben solcher Nostalgie das Album Le tour des géants gemacht. Mit zugleich detailreichen und kraftvollen, wunderbar altmodischen Bildern schildert er die Tour de France des Jahres 1910, als die ersten noch ganz einfachen Bremsen und Gangschaltungen Einzug in den Sport hielten und sich noch echte Typen mit eindrucks- vollen Schnauzbärten einen harten, aber fairen Kampf lieferten. Die Darstellung der Fahrer und ihrer Räder, der Etappen und der großen Momente verbinden sich mit dem Text im Stil einer zeitgenössischen Reportage zu einem auch für an derlei Ereignissen nicht sonderlich Interessierte faszinierenden Bild dieses klassischen Rennens. Man kann nur hoffen, dass dies nicht der einzige Ausflug dieses außer- gewöhnlichen Zeichners in den Comic bleiben wird. 72 S., HC, 24 x 32 cm, € 19,90 |
© Gallimard |
Da munkelt man nun schon seit langem voller Erwartung (doch bisher vergeblich) über einen neuen Comic von François Avril - und jetzt erscheint zur allgemeinen Überraschung der erste Comic seiner Frau Dominique Corbasson, bisher vor allem für ihre Illustrationen bekannt, die hinsichtlich ihrer Eleganz denen ihres Mannes in nichts nachstehen. Die Geschichte, die sie in Les sœurs Corbi erzählt, bezaubert durch den gleichen federleichten Charme wie die Bilder: Zwei reizende Zwillingsschwestern, nicht mehr die Jüngsten, aber noch kindlich im Gemüt, beschließen, der Gefahr ins Auge zu sehen und den rätselhaften Todesfällen älterer Damen in ihrer Nachbarschaft auf den Grund zu gehen. Die so witzigen wie schrägen Abenteuer dieser doppelten Miss Marple sind ein zugleich hinreißend altmodisches und sprühend frisches Lesevergnügen!
80 S., HC, 19 x 26 cm, € 21,90 |
| Angesichts der nur schwer überschaubaren Anzahl von Ausgaben der unterschiedlichen Werke von Hugo Pratt ist es kaum zu glauben - aber tatsächlich wahr: Diesen Herbst erscheinen zwei Alben mit vergessenen oder sogar gänzlich unbekannten Comics des Meisters der Abenteuer.
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© Casterman (Schuber)
© Casterman (Album) |
Sandokan Dieser Band ist - zumindest für Pratt-Freunde - eine kleine Sensation: Aus Interviews wusste man, dass Hugo Pratt Ende der sechziger Jahre im Auftrag eines italienischen Verlages eine vom Szenaristen Milo Milani geschriebene Adaption des bekannten Abenteuerromans Sandokan gezeichnet, aber nie vollendet hat, und niemand hat diese Seiten je zu lesen bekommen. Der Grund dafür liegt zweifellos im unerwarteten Erfolg eines anderen zur gleichen Zeit erschienenen Comics um einen gewissen Seefahrer... Ebenso unerwartet war aber sicherlich, dass diese vergessenen Seiten vor Kurzem in einem Karton bei jenem Verlag wiedergefunden worden sind. In diesem schön aufgemachten Album sind sie jetzt erstmals zu lesen.80 S., HC, Querformat im Schuber 22,8 x 28,6 cm, € 25,90 |
WWII - Histoires de guerre Die in diesem dicken Band versammelten zwölf Geschichten sind nicht ganz so unbekannt, aber seit langem nicht mehr greifbar. Sie entstanden in den sechziger Jahren in Hugo Pratts kurzer englischer Phase für den Verlag Fleetway. Wie der Titel schon nahelegt, handelt es sich um Geschichten, die im Zweiten Weltkrieg spielen, an unterschiedlichen Schauplätzen und ohne echte Hauptfigur. Für spätere Veröffentlichungen sind die Geschichten immer wieder ummontiert worden. Hier liegen sie erstmals wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt vor.688 S., s/w, Klappenbroschur, 18,9 x 26 cm, € 62,00 zur Autorenliste Hugo Pratt |
© Casterman |
© Casterman |
Eine riesige Stadt in einer trostlosen Zukunft, in der eine Gruppe von Öko-Aktivisten mit einem skrupellosen Magnaten um die letzten Reste der Natur kämpft - das hat man doch alles schon x-mal gesehen. Aber man täusche sich nicht: Was die beiden jungen Spanier Xavi (Casals) & Javi (Aznarez) aus diesem typischen SF-Szenario machen, hat man so ganz bestimmt noch nicht gesehen. Alles beginnt in einem schäbigen Hinterhof-Zoo, in dem die letzten Katzen und Hunde zur Schau gestellt werden. Unsere drei alles andere als heldenhaften Helden - die "Pigeons verts" des Titels - sollen im Auftrag einer, na ja, Terrororganisation den Besitzer entführen, was sie allerdings gründlich vermasseln und damit eine rasante Folge völlig aberwitziger Ereignisse auslösen, von denen hier nichts weiter verraten werden soll. Das Ganze ist so spannend wie urkomisch erzählt und farbenfroh, detailreich und dynamisch gezeichnet. Eine echte Entdeckung - nach dem Lesen wartet man ungeduldig auf neue Abenteuer dieser schrägen Tauben.
120 S., HC, 19,2 x 27,9 cm, € 22,90 |
© Dupuis |
Im Jahr 1977 wehte unversehens ein frischer Wind durch die etwas verschnarcht vor sich hin dümpelnden Seiten von Spirou, dem auf- lagenstärksten (und einzigen heute noch bestehenden!) unter den großen französisch- sprachigen Comic-Magazinen. Unter der Leitung des ehemaligen Chefredakteurs Yvan Delporte und des wichtigsten Autors André Franquin entstand mehr oder weniger heimlich die achtseitige Beilage Le Trombone illustré, die für dreißig Ausgaben einen Humor präsentierte und Themen aufgriff, wie sie in dem Magazin ansonsten nicht möglich waren. Der bekannteste Bestandteil der "Illustrierten Posaune" waren sicherlich die Idées noires von Franquin selbst. Daneben erschienen dort aber auch Beiträge von Gotlib, Alexis, Roba, Dany, Rosinski und vielen anderen. Ein erster, kurz darauf erschienener Sammelband dieser für die weitere Entwicklung des französischen Comics äußerst einflussreichen Seiten ist längst vergriffen. Jetzt ist eine Neuauflage herausgekommen, die um eine spätere, Delporte gewidmete Trombone erweitert wurde. 272 S., HC, 24,5 x 34,2 cm, € 89,00 zur Autorenliste Franquin |
| Diese zwei Bücher haben alles, was das Herz des Franquin- Liebhabers höher schlagen lässt - sie bieten in prächtiger Ausstattung eine Fülle von Informationen und Bildern. Allein, bisher hatten sie einen entscheidenden Nachteil: Sie sind bereits vor einiger Zeit in limitierter Auflage erschienen und waren sofort vergriffen. Aber jetzt gibt es sie endlich in einer Neuauflage! |
© Marsu Productions |
Franquin - 192 S., HC m. Schutzumschlag, 27,5 x 27,5 cm, € 59,00 |
Le garage de Franquin Dieses ebenso verschwenderisch illustrierte Buch widmet sich einem besonderen - aber durchaus zentralen - Aspekt in Franquins Werk: den Automobilen. Wie kaum ein anderer Comicautor hat sich der Schöpfer von Spirou und Gaston stets für die Entwicklung auf dem Automarkt interessiert, und er hat in seinen Geschichten immer wieder die jeweils neuesten Typen eingebaut oder gleich eigene Modelle erfunden. Die Autoren Pedro Iñigo Yanez und Xavier Chimits stellen all diese Fahrzeuge in Wort und Bild vor. Ein wunderbares Buch für alle Freunde der Comics Franquins - und der Geschichte des Automobils seit den 40er Jahren!160 S., HC m. Schutzumschlag, 27,5 x 27,5 cm, € 49,00 zur Autorenliste Franquin |
© Marsu Productions |
© Skira-Flammarion / C.N.B.D.I. |
Im Juni 2009 wurde das Musée de la bande dessinée in Angoulême, das Fachmuseum mit der größten und vielfältigsten Sammlung Europas, in neuen großzügigen Räumlichkeiten - einem umgebauten alten Wein- und Cognaclager - wiedereröffnet. Aus diesem Anlass erschien auch ein neuer, umfangreicher Katalog, herausgegeben von Thierry Groensteen, dem herausragenden Comicspezialisten und langjährigen Leiter des Museums. Anhand einer Auswahl der zahlreichen Originalseiten aus den Beständen wird die Geschichte und die Entwicklung der unterschiedlichen Richtungen des amerikanischen und des franko-belgischen Comics nachgezeichnet. Außerdem dokumentiert ein Kapitel die einzelnen Schritte der Entstehung eines Comics. Ein designiertes Standardwerk über die neunte Kunst.
456 S., HC, 27 x 30 cm, € 65,00 |
Le petit catalogue du musée de la bande dessinée Wer es eine Nummer kleiner haben möchte, ist mit diesem gleichzeitig erschienenen, ebenfalls sorgfältig ausgestatteten und reichhaltig illustrierten Kleinen Katalog bestens bedient. Wie sein großer Bruder lässt er sich nicht nur als Führer durch das Museum, sondern auch als eine intelligente Einführung in die Geschichte und die Kunst des Comics lesen. Ausgehend von gut hundert ausgewählten Originalseiten beantwortet Thierry Groensteen einige der wichtigsten Fragen zum Medium.120 S., Klappenbroschur, 26 x 28 cm, € 25,00 |
© Skira-Flammarion / C.N.B.D.I. |
![]() © Casterman |
Sein Zyklus des Sommeil du monstre hat mehr Zeit und Aufwand in Anspruch genommen als zunächst erwartet (und ist von einer Trilogie zu einer Tetralogie angewachsen), und seither sind nur diverse Sammelbände und Schuber erschienen - aber jetzt gibt es endlich wieder einen nagelneuen, großen Comic von Enki Bilal. Animal'z ist ein Oneshot, der wieder einmal in einer für Bilal so typischen imaginären, düsteren Zukunftswelt spielt, die in diesem Fall aber auf sehr realen, aktuellen Bedrohungen aufbaut. Aufgrund brutaler Klimaveränderungen ist der Planet einerseits zu großen Teilen vom Meer bedeckt, andererseits ist Trinkwasser zum wichtigsten Schatz geworden, um den ein gnadenloser Überlebenskampf entbrannt ist. Nur einige wenige, äußerst isoliert gelegene Oasen haben sich erhalten, in denen noch so etwas wie eine gesellschaftliche Ordnung funktioniert. Das alles ist ist auf brillante Weise graphisch umgesetzt, wie man es von diesem Autor nicht anders erwarten würde. Eben ein echter Bilal!
104 S., HC, 24 x 32 cm, € 25,90 zur Autorenliste Bilal |
© Actes Sud /Editions de l'An 2 |
Wenn man dem Berliner Comicautoren Jens Harder eines ganz gewiss nicht vorwerfen kann, so ist das Bescheidenheit in seinen künstlerischen Ansprüchen. In seinem aktuellen, auf drei Bände angelegten Werk, an dem er bestimmt noch einige Jahre zu arbeiten hat, geht es um nichts weniger als um die Geschichte unseres Planeten. Der erste Teil erzählt unter dem Titel Alpha (genauer und vollständig Alpha ...directions) auf gerade mal und immerhin doch mehr als dreihundert von nur wenigen kurzen Texten begleiteten Seiten die Entwicklung vom Urknall bis zum Auftritt des ersten Menschen. Die in unterschiedlichen Tönen gehaltenen, jeweils zweifarbigen Bilder beeindrucken dabei sowohl durch die Formensprache ihrer künstlerischen Gestaltung als auch durch die naturwissenschaftliche Genauigkeit der Darstellung vor allem der ausgestorbenen Tiere früherer Erdzeitalter. Die Folgebände Beta und Gamma sollen sich übrigens respektive der Geschichte der Menschheit und der zukünftigen Entwicklung annehmen - wie gesagt, Harder geht es um die ganz großen Themen... Man darf gespannt sein.
Wie schon sein maritimes Meisterwerk Leviathan erscheint auch Harders neues Buch in einem französischen Verlag. Das sollte für die deutschen Leser allerdings keine allzu große Rolle spielen, enthält es doch so gut wie keinen Text, und problemlos erhältlich ist es auch - bei uns! 352 S., HC, 19,5 x 30,5 cm, € 39,50 PS: Auf Anfrage schicken wir Ihnen die deutschen Texte gerne als PDF-Datei zu! zur Autorenliste Jens Harder |
© Casterman |
Schon wieder ein neues Album von Bastien Vivès, sicher einem der interessantesten Comicautoren der jüngsten Generation, und wieder ein so ungewöhnliches wie auch ungewöhnlich schönes Album wie sein mehrfach ausgezeichnetes Le goût du chlore: In seinem bereits fünften Buch experimentiert der gerade mal 25-jährige mit leichter Hand sowohl auf der erzählerischen wie auch auf der graphischen Ebene. Wieder ist es eine im Grunde ganz einfache 'Boy-meets-Girl'-Geschichte. Ein junger Mann verguckt sich in einer Uni-Bibliothek in eine hübsche Studentin, spricht sie an, geht mit ihr essen, ins Kino, auf eine Geburtstagsfeier. Das Besondere daran: Der junge Mann selbst ist nie zu sehen oder zu hören. Wie mit einer subjektiven Kamera sieht und liest man stets nur, was er sieht und hört, vor allem also die junge Frau, in die er sich verliebt hat und die er zu erobern versucht. So erfährt man fast nichts über ihn, dafür aber sehr viel über die Art, wie er sie beobachtet und wie sie darauf reagiert. In einem ganz anderen graphischen Stil als in seinen vorhergehenden Comics findet Vivès mit geradezu impressionistischen, leuchtend bunten Kreidezeichnungen ohne Linien und Panelumrandungen die passenden Bilder für diese außergewöhnliche Story.
136 S., HC, 19,2 x 27,9 cm, € 22,90 zur Autorenliste Vivès |
© Frémok / CEC La Hesse |
Nicht nur aufgrund ihrer avancierten graphischen und erzählerischen Technik, sondern auch wegen ihrer ausgeprägten Experimentierfreude, mit der sie die Grenzen der neunten Kunst überschreiten, zählen die Mitglieder der belgisch-französischen Künstlergruppe Frémok zur Avantgarde des internationalen Comics. Vier von ihnen - Olivier Deprez, Vincent Fortemps, Dominique Goblet und Thierry Van Hasselt - haben sich nun mit ihrem Gast, dem italienischen Starautor Gipi, und in Kooperation mit einem Zentrum für geistig Behinderte in den belgischen Ardennen an ein spannendes Projekt gewagt: gemeinsam mit fünf Bewohnern dieser Einrichtung - Adolpho Avril, Richard Bawin, Jean-Jacques Oost, Rémy Pierlot und Dominique Théate - haben sie fünf 'vierhändige' Comicgeschichten verfasst, die in diesem Band enthalten sind. Unter anderem geht es, wie der Titel schon sagt, um ein Catchturnier, aber auch um Soldaten und Geisterchirurgen. Ein ganz besonderes, sehr berührendes, sehr schönes Buch. 192 S., HC, 21 x 26,5 cm, € 39,00 zur Autorenliste Olivier Deprez zur Autorenliste Vincent Fortemps zur Autorenliste Gipi zur Autorenliste Dominique Goblet zur Autorenliste Thierry Van Hasselt |
© Musée d'art contemporain de Lyon / Glénat |
Vielleicht kann man es als ermutigendes Zeichen sehen, dass europäische Museen immer häufiger ihre heiligen Hallen der Neunten Kunst öffnen. So hat in den vergangenen Monaten das Museum für zeitgenössische Kunst in Lyon unter dem sinnigen Titel Quintet Bilder, Originalseiten und Objekte von fünf Comickünstlern ausgestellt. Man kann sich allerdings fragen, wie die zuständigen Kuratoren ausgerechnet auf diese Kombination gekommen sind: Gezeigt wurden Werke von Joost Swarte (dem Pionier der 'nouvelle ligne claire'), Gilbert Shelton (dem Veteranen des Underground-Comic), Chris Ware und Stéphane Blanquet (so etwas wie ihre jeweiligen postmodernen Nachfahren) sowie Francis Masse (der nun wirklich einzigartig ist). Warum auch immer sich nun diese fünf gemeinsam präsentiert sahen, es muss eine ausgesprochen sehenswerte Ausstellung gewesen sein - allein Swartes Möbel und die rostigen Skulpturen von Masse wären einen Besuch wert gewesen. Glücklicherweise gibt es wenigstens noch diesen gleichfalls sehr sehenswerten Katalog mit Abbildungen der Exponate und interessanten Gesprächen mit den Künstlern. 192 S., HC, 22 x 26,8 cm, € 55,00 zur Autorenliste Swarte zur Autorenliste Masse zur Autorenliste Blanquet |
© Snoeck Publishers |
Wohl in keinem anderen Land werden Comics so sehr als wichtiger Teil der nationalen Kultur angesehen wie in Belgien. So widmen die Königlichen Kunstmuseen in Brüssel im Frühjahr 2009 eine große Ausstellung der Neunten Kunst. Dabei wurde ein interessanter Ansatz gewählt: Neunzehn belgische Comicautoren und eine Autorin wurden gebeten, nicht nur ihre eigenen Werke zu präsentieren, sondern auch Comics, die sie bei ihrer Arbeit beeinflusst haben. In der ganz persönlichen Auswahl der auf diese Weise entstandenen zwanzig "Privatmuseen" spiegelt sich die Geschichte des Comics wider. So sind Originale großer Klassiker von McCay bis Tardi zu sehen, neben denen der eingeladenen Künstler - Jean Van Hamme, Raoul Cauvin, Walthéry, Midam, Tome, Johan de Moor, Marvano, Dufaux, Frank Pé, Hermann, Sokal, Comès, Stassen, Yslaire, Schuiten, Ptiluc, Geluck, Herr Seele, Thierry Van Hasselt und Dominique Goblet. Man sieht, bei der Auswahl wurde die ganze Bandbreite der belgischen Autoren abgedeckt. - Begleitend zur Ausstellung erschien dieser reich illustrierte Katalog. 232 S., HC, 24 x 28 cm, € 45,00 |
© Alain Beaulet |
Vor einiger Zeit schlossen sich einige - sagen wir ruhig: die Crème - der Zeichnerinnen und Zeichner, die sich nach wie vor der eleganten klaren Linie verschrieben haben, zur Vereinigung Le Crayon zusammen. Jetzt ist ein erstes gemeinsames Werk der meisten Mitglieder erschienen. In Les films du Crayon stellen sie imaginäre Filme vor, vom Musical bis zum Psychothriller, und präsentieren dazu jeweils ein farbiges Filmplakat. Die Liste der Teilnehmer liest sich in der Tat wie ein Who's Who der Illustration im französischsprachigen Raum: (in alphabetischer Reihenfolge) François Avril, Ted Benoit, Cyril Cabry, Serge Clerc, Dominique Corbasson, Madeleine De Mille, J.C. Denis, Dupuy & Berberian, Jean-Claude Götting, Miles Hyman, André Juillard, Emmanuel Kerner, Lionel Koechlin, Philippe Lardy, Jacques de Loustal, Lorenzo Mattotti und Emmanuel Pierre. Ein so schönes wie amüsantes Büchlein!
48 S., Klappenbroschur, 14,7 x 17,6 cm, € 25,00 |
© Soleil / France Info /Reporters Sans Frontières |
Es ist nicht das erste Mal, dass Comic und Journalismus eine Verbindung eingehen - man denke an Joe Saccos Bücher oder an Guiberts Photographe - aber in diesem neuen Album ist es vielleicht zum ersten Mal eine weibliche Herangehensweise an das Thema. Die junge Comicautorin Daphné Collignon nähert sich zunächst behutsam an die Begegnung mit der in Frankreich sehr bekannten Reporterin Anne Nivat an. Auf Blättern aus ihrem Skizzenbuch beschreibt sie ihr Leben in Marokko und ihre Faszination durch eine Radioreportage Nivats, die sie dort gehört hat. In klassischem Comicstil stellt sie dann ihre Treffen mit der Journalistin in Pariser Cafés dar, um dann wiederum das Register zu wechseln und in flächigen, 'malerischen' Bildern deren Schilde- rungen von ihren Einsätzen in Zentralasien und Tschetschenien umzusetzen. Die unterschiedlichen, aber immer ausgesprochen eleganten und leichthändigen graphischen Stile und der sehr persönliche Ton beider Frauen erlauben einen Blick auf die Arbeit der 'Kriegskorrespondentin', wie man ihn in dieser Intensität und dieser Nähe selten gewinnen konnte. Ein ganz besonderes Album. 64 S. HC, 21,5 x 29,2 cm, € 21,90 zur Autorenliste Collignon |
© Stardom-Moebius Production |
Eine weitere Auslese aus den schier unerschöpflichen Schätzen der Zeichenhefte Moebius': Die 70 ganzseitigen, ohne Vorstudien entstandenen Federzeichnungen laden jede für sich zum Betrachten und Staunen ein. Durch ihren Rhythmus und die wiederkehrenden Figuren und Motive bilden sie jedoch zugleich als Ganzes so etwas wie eine - vollkommen wortlose - Geschichte, die sich Seite für Seite in einzigartigen graphischen Metamorphosen entwickelt. Nachdem dieses mittlerweile schon klassische Werk jahrelang vergriffen war, ist es nun endlich wieder in einer neuen Auflage lieferbar.
144 S., s/w, Klappenbroschur, 24 x 16 cm, € 29,90 zur Autorenliste Moebius |
© Dupuis |
In seinen Serien Zoo und Broussaille (dt. Jonas Valentin) hat der Zeichner Frank unter Beweis gestellt, dass er über eine ganz eigene, zwischen cartoonhaftem und realistischem Stil changierende Handschrift von großer Eleganz verfügt. In diesem schönen Buch setzt er sie für eine Reihe ganzseitiger Porträts bekannter Comicfiguren ein. So findet man hier Corto Maltese, Blueberry, Lucky Luke, Adèle Blanc-Sec, Blacksad, Titeuf, Clifton (Percy Pickwick) und viele andere wohlbekannte Gestalten, wie man sie noch nie gesehen hat. Dass diverse reale Prominente von Jacques Chirac bis Jerry Seinfeld ihre persönlichen Kommentare zu ihren Lieblingshelden beisteuern, tut dabei wenig zur Sache - auch ohne die Texte verführt diese wunderbare Porträtgalerie zum lohnenden Besuch in einem virtuellen Museum der Neunten Kunst.
72 S., HC, 19 x 31 cm, € 26,90 zur Autorenliste Frank |
![]() © Cornélius |
Von Zeit zu Zeit unterbrechen Philippe Dupuy und Charles Berberian ihre fruchtbare Zusammenarbeit und wandeln auf eigenen Pfaden, nicht zuletzt um aus diesen Erfahrungen neue Ideen für ihr gemeinsames Werk zu erkunden. Mit Sacha hat Berberian sein bislang ambitioniertetes Soloprojekt veröffentlicht, einen Comicroman, der sich aus verschiedenen ineinander verwobenen Geschichten entspinnt. Eine junge Frau aus der Provinz ist mit ihrem Baby in Paris gestrandet, ihr Mann streift währenddessen willenlos durch die Stadt, ein Musikwissenschaftler ist auf der Suche nach den perfekten Klängen alt und verbittert geworden, und die eigentlichen Helden des Buches, ein feister Katzenhund und ein philosophischer Spatz, sind auch nicht besser als die Menschen. Großartig geschilderte Charaktere, elegant konstruierte Story, souverän-geschmeidige Schwarzweiß-Zeichnungen - Charles Berberian erweist sich mit diesem wunderbaren Buch auch solo als ein außergewöhnlicher Comicautor.
160 S., s/w, Klappenbroschur, 15 x 21 cm, € 24,90 |
Bernert & Berberian: 64 S., HC m. Schutzumschlag, 12 x 17 cm, € 22,90 zur Autorenliste Dupuy-Berberian |
© En Marge
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© L'Association |
Na, das ist schon ein Ereignis: Der gute, alte Lapin ist wieder da! Wenn die Gruppe und der Verlag L'Association Anfang der 90er Jahre den Grundstein für das legten, was heute als "nouvelle bande dessinée" die Comicszene Frankreichs prägt, so war das Magazin Lapin von Anfang an ihr Zentralorgan. Durch ihre hier veröffentlichten frühen Arbeiten sind Lewis Trondheim, Joann Sfar, Guy Delisle, David B., Marjane Satrapi und viele andere erst bekannt geworden. Im Lauf der Jahre wurde der Hase umfang- und abwechslungs- reicher, bis er mit der Nummer 25 bis auf Weiteres eingestellt wurde. 2001 wurde für eine kurze Phase eine neue Präsentation ausprobiert - geringerer Umfang, dafür durchgehend vierfarbig und zweimonatliche Erscheinungsweise. Die letzten drei Nummern waren dann dicke Sammelbände, die im Abstand von zwei bis drei Jahren erschienen sind. Jetzt aber soll an die alten Zeiten angeknüpft werden, wie schon an der äußeren Gestaltung erkennbar ist. Von den alten Hasen (pardon) ist nur noch François Ayroles dabei, der mit einem Grußwort in Comicform 'die Jungen' willkommen heißt. Einige der in dieser Ausgabe vertretenen 'Jungen' haben in den letzten Jahren bereits von sich reden gemacht (wie etwa Lisa Mandel, François Olislaeger oder die Vorreiter der neuen Generation von Comicautoren, Ruppert & Mulot), andere publizieren hier ihre ersten Arbeiten. Bleibt also abzuwarten, ob der angekündigte dreimonatliche Erscheinungsrhythmus eingehalten wird - und ob von den neuen Lapin-Autoren ein ebenso starker Impuls ausgehen wird wie von ihren Vorgängern. 228 S., s/w (mit einigen zweifarbigen oder auf besonderem Papier gedruckten Strecken), SC, 16,5 x 24,5 cm, € 20,00 PS: Mittlerweile sind bereits die Folgenummern 38 und 39 erschienen, zum gleichen Preis, wenn auch eine Spur weniger umfangreich. Die bisher noch fehlende Nummer 36 soll später erscheinen, noch in der Aufmachung der letzten Ausgaben. Arbeitstitel Lapin blanc - es wird nämlich um Alice im Wunderland gehen... zur Liste Magazine / Lapin |
© Futuropolis |
Nachdem er sich in seinem letzten Album S. bereits mit seinem kurz zuvor verstorbenen Vater auseinandergesetzt hat, wird Gipi in seinem neuen Band noch persönlicher. In einfachen Zeichnungen (immerhin hat er das Buch ja selbst "Mein schlecht gezeichnetes Leben" genannt), die gerade durch ihre manchmal schon flüchtig wirkende Skizzen- haftigkeit eine ganz eigene Handschrift entwickeln, und in ungeheuer offenen, dabei aber niemals larmoyanten Texten erzählt der italienische Comicautor von seinen Ängsten, seinen Hemmungen, seinem Leiden, aber auch von seinen Freundschaften, seinen Reflexionen und seinen Glücksmomenten. Da er das alles zudem mit einer gehörigen Prise Humor und Selbstironie beschreibt, ist ihm mit Ma vie mal dessinée zweifellos einer der bemerkenswertesten der langen Reihe autobiographischer Comics gelungen. 144 S., s/w, SC, 20 x 26,5 cm, € 28,90 zur Autorenliste Gipi |
© Beaux Arts Magazine |
Nachdem die französische Kunstzeitschrift Beaux Arts sich bereits auf mustergültige Weise dem Thema Comic angenommen hat (die entsprechende Sondernummer ist mittlerweile in überarbeiteter Form als Buch erschienen, s. Info), widmet sie nun eine in Aufmachung und Qualität vergleichbare Ausgabe dem Manga. Wiederum wendet sich das Heft in erster Linie an kulturell interessierte Laien, denen zunächst in einigen Essays eine hervorragende Einführung geboten wird. Nach drei Kurzgeschichten der in Frankreich wohl bekanntesten Mangaka Tezuka, Otomo und Taniguchi werden 21 wichtige Autoren und Autorinnen präsentiert und in ihren Kontext gestellt, von Mizuki bis Toriyama, von Hideshi Hino bis Kiriko Nananan. Abgerundet wird die Zeitschrift mit zu einer "mangathèque idéale" zusammengestellten Lektüretipps. 156 S., SC, 22 x 28,5 cm, € 10,90 zur Liste Magazine & Zeitschriften |
© Mosquito |
Mit seinen Aquarellen und anderen in couleur directe angefertigten Zeichnungen, die in leuchtenden Farben und zarten Linien auf unübertroffen geschmeidige Weise Landschaften und Menschen - vor allem Frauen! - einfangen, ist Emmanuel Lepage zu einer festen Größe in der französischen Comicszene geworden. Auch bei uns hat er sich mit seiner Serie Névé (dt. Nico) und mit seinen Oneshots La terre sans mal (dt. Die Erde ohne Übel) und Muchacho einen Namen gemacht. Unter dem vielversprechenden Titel Ailleurs... Plus loin ! ist jetzt das erste Artbook von ihm herausgekommen, das zahlreiche unveröffentlichten Zeichnungen und Bilder präsentiert, ergänzt durch Auszüge aus seinen Reiseskizzenbüchern. Ein Augenschmaus!
128 S., HC, 23 x 23 cm, € 26,90 zur Autorenliste Lepage |
© Paquet |
Als erster Comicverlag hat das kleine Schweizer Haus Paquet eine Kollektion gestartet, die sich einzig und allein der Fliegerei widmet: die Collection Cockpit. Ein Album aus dieser Reihe, Romain Hugaults Le dernier envol, hat es unter dem Titel Der letzte Flug auch auf den deutschen Markt geschafft. Mit dem hochwertig ausgestatteten Artbook Speedbirds werden nun die Grenzen des Comics überschritten. Sechs Zeichner - neben eben jenem Hugault Laurent Negroni, Stéphane Janin, Antony Villain, Yann Jarsalle und François Leboine - stellen auf doppelseitigen Illustrationen und vielen Einzelansichten und Skizzen klassische Rennflugzeuge aus der Propellerära vor. In einem zweiten Teil spinnen sie dann jene vergangene Zeit mit gewagten Entwürfen in die Zukunft fort. Wer Spaß an Fliegercomics, an technisch ausgefeilten Zeichnungen und an futuristischem Design hat, wird sich an diesem Buch gar nicht satt sehen können!
150 S., HC, 29 x 20,5 cm, € 49,00 zur Autorenliste Hugault |