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© Le Lombard |
Ausgerechnet Nietzsche... Auf den ersten Blick erscheint es als eine etwas bizarre Idee, das Leben des Antimetaphysikers in einem Comic darzustellen. Erfährt man allerdings, dass das Szenario auf ein nie umgesetztes Filmskript des französischen Philosophen Michel Onfray, Hedonist und Linksnietzscheaner, zurückgeht, horcht man doch auf. Der junge, aber schon viel beachtete Comicautor Maximilien Le Roy stieß auf dieses Skript und beschloss es umzusetzen, in expressiven Linien und flächigen Farben. Herausgekommen ist dabei ein faszinierendes Album, mit großem Interesse zu lesen nicht nur für Freunde anspruchsvoller graphischer Literatur, sondern wegen des hohen visuellen Reizes auch für Nietzsche-Kenner. Wohl nie zuvor wurden Leben, Suche und Leiden des Philosophen auf so fesselnde und auch so anrührende Weise vor Augen geführt. Nachdem er schon durch die deutschen Feuilletons geisterte, sei nun auch hier dieser außergewöhnliche Comic wärmstens empfohlen!
130 S., HC, 23 x 32 cm, € 26,90 zur Autorenliste Le Roy |
© Paquet |
Für alle, die es nicht mehr erwarten können: der zweite Band der Chronik der Unsterblichen von Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg nach dem Roman von Wolfgang Hohlbein, der in der deutschen Ausgabe erst im März 2011 erscheinen soll, ist in der französischen Version bei uns schon lieferbar!
56 S., HC, 23,5 x 31,5 cm, € 18,90 zur Homepage |
© Casterman /Lonely Planet
© Casterman / Lonely Planet
© Casterman / Lonely Planet
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Das ist doch mal eine schöne Idee: Der traditionsreiche Comicverlag Casterman hat sich mit dem traditionsreichen Reiseverlag Lonely Planet zusammengetan, um eine Reihe von Städteführern herauszubringen, die statt mit Fotos mit zahlreichen Zeichnungen von Comicautoren illustriert sind. Dabei wurden selbstverständlich solche Autoren gewählt, die eine besondere Verbindung zur jeweiligen Stadt haben. Venedig lässt sich so, wie könnte es anders sein, mit Bildern von Hugo Pratt auf den Spuren von Corto Maltese entdecken, in Rom folgt man den Spuren des guten alten Alix, mit Bildern von Jacques Martin und Gilles Chaillet, und die Bände zu Brüssel und New York wurden von den großartigen Zeichnern François Schuiten und Miles Hyman mitkonzipiert und illustriert. So laden diese attraktiv gestalteten Reiseführer der besonderen Art dazu ein, bekannte Städte auf ganz neue Weise und auf ganz neuen Wegen kennenzulernen, wobei die Zuverlässigkeit und die Genauigkeit der Informationen dem gewohnt hohen Standard der Publikationen von Lonely Planet entspricht.
Wenn man sich mit Blick auf die Casterman-Autoren noch einen weiteren Band wünschen dürfte, wäre das ein Paris-Führer mit Bildern von Jacques Tardi - aber da für die französiche Leserschaft ihre Hauptstadt nicht wirklich als Reiseziel in Frage kommt, wird dieser Wunsch wohl unerfüllt bleiben... Hugo Pratt, Guido Fuga, Lele Vianello: Venise - Itinéraires avec Corto Maltese François Schuiten und Christine Coste: Bruxelles - Itinéraires Jacques Martin, Gilles Chaillet, Thérèse de Chérisey, Enrico Sallustio: Rome - Itinéraires avec Alix Miles Hyman und Vincent Réa: New York - Itinéraires jeweils 160 S., HC, 16,4 x 23,2 cm, je € 21,90 zur Autorenliste Schuiten zur Autorenliste Hugo Pratt zur Sonderseite Jacques Martin zur Autorenliste Hyman |
© AGPI / Vertige Graphic |
Nachdem er vor einiger Zeit bereits die wunderbare Monographie zu Leben und Werk von François Avril veröffentlicht hat (s. Info), legt der Genfer Journalist Philippe Muri nun in gleichem Format und in der gleichen eleganten Gestaltung einen entsprechenden Band über dessen Freund und Weggefährten Jean-Claude Götting vor. Und auch dieses überaus reichhaltig illustrierte Buch lädt wieder zum Schwelgen ein: Göttings Siebdrucke, Portfolios und Gemälde, seine Arbeiten für Zeitungen, Zeitschriften und Werbung, seine Titelillustrationen und die Bilder aus seinen Kinderbüchern sowie natürlich auch aus seinen Comics führen aufs Schönste vor Augen, wie meisterhaft dieser begnadete Stilist Formen und Farben (oder auch Grautöne) einsetzt, um Stimmungen zu erzeugen.
176 S., Klappenbroschur, 22,5 x 29,5 cm, € 45,00 zur Autorenliste Götting |
© Sarbacane |
Mit seinen bisherigen Veröffentlichungen - einem Beitrag im verspielten Zettel- traum von Bile Noire 10 x 10 und den Büchern Veuve-poignet und Parcours pictural - hat der Belgier Greg Shaw im Spiel mit Farben und Formen die Grenzen des Mediums Comic in Richtung Abstraktion verschoben. Sein neues Buch Travelling Square District ist da wesentlich konkreter, aber nicht weniger experimentierfreudig. Ausgehend von der großen Titelillustration einer imaginären Metropole zoomt er immer tiefer in die Häuserschluchten hinein auf die sich wie kleine Roboter in einer viel zu großen Kulisse bewegenden Menschen und ihre kleinen, sich immer wieder kreuzenden Geschichten. Shaws Bilder sind dabei von einer strengen Präzision und Klarheit, die die geometrisch schönen Seiten dann doch beinahe wieder abstrakt erscheinen lassen. Eine absolut ungewöhnliche und überaus faszinierende Lektüre! 144 S., HC, 25,8 x 25,8 cm, € 34,00 zur Autorenliste Greg Shaw |
© Futuropolis |
Offensichtlich ist nicht nur Daniel Kehlmann vom großen Forschungsreisenden Alexander von Humboldt so fasziniert, dass er ihn zum Protagonisten einer (mehr oder weniger) fiktiven Geschichte macht: Der Szenarist Étienne Le Roux dichtet Humboldt auf seine alten Tage eine letzte Reise an, die ihn auf den Spuren seines alten Gefährten Aimé Bonpland noch einmal nach Südamerika führt, gefolgt von seinem ärgsten Rivalen an der Akademie, der eine sensationelle Entdeckung wittert...
Die immer wieder die Grenzen zum Phantastischen überschreitende Erzählung hat Vincent Froissard auf wunderbare Weise in Bilder gesetzt, die streckenweise an die zeitgenössischen Illustrationen erinnern. Mit großem Vergnügen taucht man in diesem ersten von zwei Bänden in graphische Abenteuerliteratur erster Güte ein! 80 S., HC, 24 x 30 cm, € 23,90 |
© Delcourt |
Beim Comicfestival in Angoulême 2009 luden die Ehrengäste Dupuy und Berberian ein anderes Autorenduo ein, einen Raum in der ihnen gewidmeten Ausstellung zu bespielen. Ruppert & Mulot, die smarten Stars der neuen Generation französischer Comicautoren, nutzten diese Einladung auf gewohnt smarte Weise: Sie erfanden und zeichneten einen Rahmen - eben das titelgebende, nun ja, Freudenhaus - und luden ihrerseits 29 befreundete Autorinnen und Autoren ein, eine Figur zu erfinden und in einer kurzen Geschichte in diesem Rahmen auftreten zu lassen. Das Interessante an diesem Experiment, dessen Ergebnisse zunächst in jener Ausstellung und im Internet und jetzt auch in diesem Buch zu sehen sind, ist nun, dass die gesammelten Geschichten aufeinander Bezug nehmen. Die Figur der einen trifft auf die Figur des anderen, und ihre jeweiligen Geschichten werden erst verständlich, wenn auch die anderen Geschichten gelesen werden. Klingt kompliziert? Beim Lesen erklärt es sich wie von selbst, und es bereitet ein großes Vergnügen, die Zusammenhänge langsam zu erkennen. Ein außergewöhnliches Projekt, ein außergewöhnliches Buch. Ach, übrigens: Beteiligt an diesem wunderbaren Spaß sind unter anderem Lewis Trondheim, Charles Berberian, Florence Cestac, Zep, Émile Bravo, Anna Sommer, Guy Delisle, Lucie Durbiano, Anouk Ricard, Lisa Mandel, Frederik Peeters und Killoffer.
192 S., HC, 25 x 28,5 cm, € 49,90 zur Autorenliste Ruppert & Mulot |
© Casterman |
Nun hat es auch die unerschrockene Journalistin zur Heldin der Leinwand gebracht: In Frankreich und Belgien ist mit großem Erfolg in den Medien und an den Kinokassen Luc Bessons Film Les aventures extraordinaires d'Adèle Blanc-Sec nach der Comicreihe von Jacques Tardi gestartet. Das aus diesem Anlass publizierte Livre d'Adèle beleuchtet mit Fotos und Berichten von den Dreharbeiten sowie Interviews mit Besson, Tardi und der Hauptdarstellerin Louise Bourgoin die Hintergründe des Films. Darüberhinaus werden alle Bände der Serie in Wort und Bild vorgestellt, so dass dieses Buch auch eine schöne Gelegenheit ist, die überaus verwickelten und nicht immer leicht zu verfolgenden Abenteuer der Adèle Blanc-Sec noch einmal nachzuerleben.
136 S., HC, 22,5 x 30,4 cm, € 22,90 Anlässlich des Films erscheinen übrigens auch die ersten acht Bände der Comicserie in schicken, mit dem Motiv des Filmplakats illustrierten Schubern mit je zwei Alben - je € 29,90. zur Autorenliste Tardi |
© Dupuis |
Vor Jahren bereits schrieb Lewis Trondheim - der Franquins Story Bravo les Brothers zu seinen Lieblingscomics zählt - seine erste Spirou-Geschichte. Da sie aber nicht als solche publiziert werden durfte, setzte er kurzerhand seinem Lapinot die rote Mütze auf und machte daraus das Album L'accélérateur atomique, bestimmt der beste Spirou ohne Spirou. Mittlerweile haben sich die Dinge geändert, und der Verlag Dupuis hat seine Reihe großformatiger Alben lanciert, in der die unterschiedlichsten Autoren mehr oder weniger freie Hand für ein Abenteuer des ewigen Pagen haben... und so erscheint nun doch noch ein waschechter Spirou von Trondheim. Er knüpft dabei lose an die vorigen Bände dieser Reihe an, die den Protagonisten in die dreißiger und vierziger Jahre zurück- versetzt haben, und lässt ihn seinen Dienst im Hotel quittieren und - selbstverständlich als Page - auf einem großen Ozeandampfer anheuern. Die zahllosen Verwicklungen dieser turbulenten Schiffsreise wurden von Fabrice Parme in seinem Hanna-Barbera-artigen Funny-Stil kongenial in Bilder gesetzt. Was will das Herz des Comicfreundes mehr...? 64 S., HC, 24 x 32 cm, € 17,90 zur Autorenliste Parme zur Autorenliste Trondheim zur Sonderseite Spirou |
© Dupuis |
Im Jahr 1947 wurde im L'Almanach André Franquins erste kurze Geschichte mit dem jungen Pagen veröffentlicht, Fantasio et son tank. Jijé, damals Zeichner der Abenteuer von Spirou, war von der Arbeit so beeindruckt, dass er die Serie von da an Franquin überließ. Im folgenden Jahr erschien dann das Album mit dem schlichten Titel Spirou et Fantasio, das neben dieser Geschichte noch das von Jijé begonnene Les maisons préfabriquées sowie L'héritage de Spirou und Le savant fou enthielt. Jetzt ist diese erste Ausgabe in Kolorierung und Format originalgetreu nachgedruckt worden, im beinahe quadratischen Format mit rotem Leinenrücken und mit beigelegtem illustrierten Faltblatt mit Informationen über die Hintergründe. Wenn diese Geschichten seither auch in den ersten Beiden Spirou-Sonderbänden greifbar waren, ist dieses wunder- schöne Faksimile doch ein Lecker- bissen für alle Comic-Nostalgiker. Aber Achtung - die Auflage ist limitiert! 104 S., HC, 21,5 x 22,8 cm, € 42,00 zur Autorenliste Franquin zur Sonderseite Spirou |
© Marsu Productions |
Es ist wohl eine der bezauberndsten Liebesgeschichten des Comics, die André Franquin im Spirou-Album Le nid des marsupilamis erzählt: Wie das Marsupilami um die Marsupilamin wirbt, ihr Herz gewinnt und schließ- lich mit ihr das berühmte Nest baut. Frédéric Jannin, alter Weggefährte und Mitarbeiter Franquins, hatte jetzt die schöne Idee, das Album auf diese Geschichte einzudampfen. Er hat alle Szenen, in denen Spirou, Fantasio und andere Menschen auftauchen, weggekürzt, die Panels neu koloriert und im Querformat ummontiert und so ein hinreißendes Buch geschaffen, das eben nur die tierische (und daher auch für nicht des Französischen mächtige Leser mit großem Vergnügen zu genießende) Histoire d'amour enthält. 46 S., HC, 30 x 23 cm, € 13,90 zur Autorenliste Franquin |
© Marsu Productions |
Zu André Franquins Idées noires braucht man wohl nichts mehr zu sagen - die Schwarzen Gedanken sind ein großer Klassiker der Comicliteratur. In dieser neuen Facsimile-Ausgabe sind jetzt sämtliche Originalseiten in hervorragender Druckqualität wiedergegeben, so wie sie der Meister selbst abgeliefert hat, also ohne spätere Retuschen, aber mit handschriftlichen Anmerkungen und Skizzen, ganz so, als könne man ihm bei der Arbeit über die Schulter schauen. Darüberhinaus enthält der Band Franquins Entwürfe für das Cover, die Rückseite und die Innentitel. Ein atemberaubendes Buch für Sammler und Liebhaber, auf 3000 Exemplare limitiert und nummeriert.
106 S., HC, 30 x 43 cm, € 139,00 zur Autorenliste Franquin |
© 12bis |
Parallel zur deutschen Ausgabe erschienen auch die Originalversionen der beiden neuen Bände der Reisenden im Wind unter dem Titel La petite fille Bois-Caïman. Und da das ja schon ein ziemliches Ereignis ist, erschienen die Bände auch in einer schwarzweißen, auf 799 Exemplare limitierten Luxusausgabe im Großformat in edlem Schuber, mit beiliegendem nummerierten und signierten Druck. Außergewöhnliche Objekte - lieferbar natürlich nur, solange der Vorrat reicht!
84 S., HC, 31 x 42,5 cm, je € 190,00 PS: Selbstverständlich sind auch die regulären Alben erhältlich, in Größe und Aufmachung mit der deutschen Ausgabe identisch, zum Preis von je € 21,90. zur Autorenliste Bourgeon |
© Futuropolis |
Es gibt Bücher, geschriebene und gezeichnete, die sind ein kleines Wunder. Man taucht so tief in ihre Geschichte und ihre Atmosphäre ein, dass man sie wie ein Erlebnis in Erinnerung behalten wird. Rébétiko (La mauvaise herbe) ist so ein Buch. Geschildert werden vierundzwanzig Stunden im Leben von fünf Musikern im Piräus des Jahres 1936, als der Rembetiko noch eine subversive Kraft entwickelte, die vom gerade an die Macht gekommenen Regime gefürchtet und bekämpft wurde. Stavros, Markos, Batis, Artemis und 'Chien' ziehen durch die Stadt, trinken, rauchen Haschisch, haben Probleme mit Frauen, Ganoven und Polizisten - und spielen natürlich ihre Musik, den "griechischen Blues". David Prudhomme erzählt all das so eindringlich wie beiläufig. Vor allem aber hat er in diesem Buch seinen flächigen Zeichenstil durch eine nuancenreichere Linienführung und eine leuchtende Farb- gebung, die das strahlende mediterrane Licht ebenso einfängt wie die Schatten der schummrigen Hafentavernen, zu einer Bildsprache weiterentwickelt, die eine Intensität erzeugt, so hypnotisch wie der Rembetiko selbst. 104 S., HC, 22,5 x 29 cm, € 28,90 zur Autorenliste Prudhomme |
© Gallimard |
Es ist durchaus nicht so, dass Joann Sfar während seiner diversen Filmarbeiten den Zeichenstift nicht in die Hand genommen hätte - im Gegenteil, als weiteren Beweis seiner erstaunlichen Produktivität und Kreativität hat er sich in ein seit Längerem geplantes Projekt gestürzt, eine breit angelegte Fantasy-Saga. In L'ancien temps ("Mein Kleiner Hobbit", wie er es in einem Interview einmal genannt hat) erzählt er von einem tapferen jungen Mann mit reinem Herzen und einer schönen jungen Frau, die sich ab und zu in einen Fuchs verwandelt, außerdem von unzähligen phantastischen Kreaturen, von heldenhaften Kämpfen und wunderbarer Zauberei. Und selbstverständ- lich geht es um eine geheimnisvolle Suche von philosophischem Ausmaß. Sfar lässt seiner Fabulierlust und seiner Zeichenkunst freien Lauf, zum großen Vergnügen des Lesers. 'Héroic Fantasy' mal ganz anders! Bd. 1 Le roi n'embrasse pas HC, 128 S., 23 x 31 cm, € 32,00 zur Autorenliste Sfar |
© Futuropolis |
Nach Nicolas de Crécy, Marc-Antoine Mathieu und Éric Liberge ist Bernar (neuerdings ohne d!) Yslaire nun der vierte Comicautor, der im Auftrag des Louvre ein Album über ebendieses Museum gezeichnet hat. Für das Szenario hat er dabei keinen Geringeren als Jean-Claude Carrière gewonnen, den bekannten Schriftsteller und Drehbuchautor, der mit so bekannten Regisseuren wie Luis Buñuel, Milos Forman, Andrzej Wajda und Louis Malle zusammengearbeitet hat. In Le ciel au-dessus du Louvre erzählen die beiden aus den Anfangszeiten des Museums während der Französischen Revolution, als das ehemalige Königsschloss zur Ausstellungsstätte revolutionärer Kunst werden sollte. Während Carrière sich für den gleichnamigen Film Wajdas bereits mit Danton beschäftigt hat, steht nun dessen Mitstreiter und Widersacher Robespierre und seine Auseinandersetzung mit dem Maler David im Mittelpunkt. In diese 'große' Geschichte verwoben ist die private Geschichte eines jungen Mannes, der von weither nach Paris kommt. Sein - Yslaire- Kennern sicherlich bekannt vorkommender - Name: Jules Stern... 72 S., HC, 26,5 x 28 cm, € 23,90 zur Autorenliste Yslaire |
© Dupuis
Limitierte Schmuckbox mit dem neuen Band 53 der klassischen Funny- Reihe Les Tuniques bleues (dt. Die Blauen Boys) von Lambil und Cauvin - Sang bleu chez les bleus - sowie zwei Kunstharzfiguren: Sergent Chesterfield (13,5 cm hoch) und Caporal Blutch (11,5 cm). Lieferbar solange der Vorrat reicht! Album: 48 S., HC, 22 x 30 cm, Box: € 39,90 |
![]() © Éditions Albert René |
Man mag vom neuen Astérix halten, was man will, aber man kommt mal wieder kaum an dem Ereignis der laufenden Comic-Saison vorbei. Daher der Hinweis auf die bei uns lieferbaren verschiedenen Ausgaben:
französisch L'anniversaire d'Astérix & Obélix - Le livre d'or € 13,90 spanisch El aniversario de Astérix & Obélix - El libro de oro € 19,90 PS: Selbstverständlich sind nach wie vor auch alle anderen Bände in diesen Sprachen erhältlich! zur Autorenliste Uderzo |
© Dargaud |
Es ist schon erstaunlich, welche Bandbreite Manu Larcenet in seinen zahlreichen Comics unter Beweis stellt. Sein Spektrum reicht von überdrehtem Nonsens (wie etwa in Bill Baroud) über realistische Alltagsschilde- rungen (wie in Le combat ordinaire) bis zu depressiv-autobiographischen Skizzen (Dallas Cowboy und folgende). Mit seiner neuen Geschichte Blast, deren erster von drei geplanten Bänden soeben erschienen ist, beschreitet er schon wieder neue Wege, erzählerisch wie auch graphisch. In schwarzweißen Tuschezeichnungen breitet er die Geschichte eines Mannes aus, der auf einem Polizeirevier verhört wird, dort aber keine sachdienlichen Aussagen macht, sondern über sein Leben berichtet, darüber, wie er aus dem geregelten Alltag herausgefallen ist und wonach er in seinen scheinbar ziellosen Irrungen dennoch sucht. Eine so düstere wie poetische Erzählung - und eine neue Facette im so vielfältigen Werk Larcenets. Bd. 1 Grasse carcasse 208 S., HC, 21 x 28 cm, € 29,90 zur Autorenliste Larcenet |
© Gallimard |
Irgendwo in der Westschweiz im Jahr 1951: Eine Frau gerät auf dem Weg ans Krankenbett ihres verunglückten Mannes in einen Verkehrsstau. Sie setzt ihren Weg zu Fuß fort, zunächst an den stehenden Autos vorbei, dann durch einen Wald, erreicht das einsam gelegene Krankenhaus und verirrt sich in dessen labyrinthartigen Gängen und Fluren. Auf ihrem Weg hat sie einige persönliche Erinnerungen und bizarre Begegnungen...
Mit dieser ungewöhnlichen, souverän erzählten und bis zu ihrem überraschenden Ende fesselnden Geschichte - die einem David Lynch alle Ehre machen würde - legt Frederik Peeters eines der herausragenden Alben dieses Herbstes vor, in einem realistischeren (doch ebenso meisterhaften) Stil gezeichnet als seine bisherigen Comics wie Pilules bleues oder RG. Spätestens nach diesem Band muss man Peeters zu den großen Comicautoren seiner Generation zählen! 92 S., HC, 22 x 31 cm, € 23,90 zur Autorenliste Frederik Peeters |
© Flammarion |
Kaum kommt Hervé Bourhis' umfang- und detailreiches Kleines Rockbuch auch auf Deutsch heraus, legen die Franzosen schon wieder nach: Der Musikjournalist Vincent Brunner beschränkt sich in seinem Buch Rock Strips allerdings auf dreißig für die Geschichte des Rock wesentliche MusikerInnen und Bands - von Elvis und Little Richard über die Beatles, die Stones, Pink Floyd, Led Zeppelin, Bowie, die Sex Pistols und Nirvana bis zu den White Stripes - deren Werdegang und deren Musik er in launigen Texten vorstellt. Und zu allen dreißig gibt es außerdem einen mehrseitigen schwarzweißen Comic von den unterschied- lichsten Autoren, unter anderem von Serge Clerc, Charles Berberian, Matthieu Sapin, Riad Sattouf, Killoffer, Jochen Gerner, Blexbolex, François Ayroles, Vincent Vanoli, Ruppert & Mulot und Jean-Christophe Menu. Man sieht, die Crème der aktuellen Autorenzeichner hat es sich nicht nehmen lassen, für dieses Buch eine Geschichte über ihre Lieblingsrocker beizusteuern. Ein großes Vergnügen für die Freunde ihrer Kunst - und die Liebhaber des Rockcomics werden sich schon allein am Titelbild erfreuen, das natürlich eine Hommage an Filips' legendäres La revanche du rocker masqué ist. 240 S., SC, s/w, 17 x 24 cm, € 36,00 |
© Sarbacane |
Frankreich, du hast es besser - jedenfalls, was deine Comickultur angeht. Das breite Publikumsinteresse erlaubt es, dass dort Alben publiziert werden können, für die der Markt bei uns wohl schlicht nicht groß genug wäre. Wieder einmal erscheint ein ursprünglich deutschsprachiger Comic bis auf weiteres nur jenseits des Rheins. In seinem ersten Album Tipping Point - Téhéran 1979 schildert der Berliner Zeichner Hamed Eshrat eindrücklich die Erlebnisse seiner Eltern im Iran zur Zeit der "Islamischen Revolution". Zu Beginn lebt das junge Paar glücklich und zufrieden im iranischen Kurdistan und erwartet sein zweites Kind - den Autor selbst. Da der Vater aber für den Geheimdienst Savak arbeitet, ändert sich die Lage mit den ersten von Khomeini angeschürten Demonstrationen gegen den Schah. Die Familie muss sich verstecken und erlebt den Umsturz im Verborgenen. Eine fesselnde Darstellung der Ereignisse aus einer ungewöhnlichen Perspektive.
112 S., s/w, HC, 18,2 x 22,8 cm, € 23,90 |
© Dargaud |
Wer sich die unschöne Entwicklung des Radsports anschaut, kann schon mal nostalgische Gefühle für die gute, alte Zeit entwickeln, wie sie in den Anekdoten der Tour-Reporter immer wieder aufscheint. Der Kinderbuchillustrator Nicolas Debon hat offenbar aus eben solcher Nostalgie das Album Le tour des géants gemacht. Mit zugleich detailreichen und kraftvollen, wunderbar altmodischen Bildern schildert er die Tour de France des Jahres 1910, als die ersten noch ganz einfachen Bremsen und Gangschaltungen Einzug in den Sport hielten und sich noch echte Typen mit eindrucks- vollen Schnauzbärten einen harten, aber fairen Kampf lieferten. Die Darstellung der Fahrer und ihrer Räder, der Etappen und der großen Momente verbinden sich mit dem Text im Stil einer zeitgenössischen Reportage zu einem auch für an derlei Ereignissen nicht sonderlich Interessierte faszinierenden Bild dieses klassischen Rennens. Man kann nur hoffen, dass dies nicht der einzige Ausflug dieses außer- gewöhnlichen Zeichners in den Comic bleiben wird. 72 S., HC, 24 x 32 cm, € 19,90 |
| Angesichts der nur schwer überschaubaren Anzahl von Ausgaben der unterschiedlichen Werke von Hugo Pratt ist es kaum zu glauben - aber tatsächlich wahr: Diesen Herbst erscheinen zwei Alben mit vergessenen oder sogar gänzlich unbekannten Comics des Meisters der Abenteuer.
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© Casterman (Schuber)
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Sandokan Dieser Band ist - zumindest für Pratt-Freunde - eine kleine Sensation: Aus Interviews wusste man, dass Hugo Pratt Ende der sechziger Jahre im Auftrag eines italienischen Verlages eine vom Szenaristen Milo Milani geschriebene Adaption des bekannten Abenteuerromans Sandokan gezeichnet, aber nie vollendet hat, und niemand hat diese Seiten je zu lesen bekommen. Der Grund dafür liegt zweifellos im unerwarteten Erfolg eines anderen zur gleichen Zeit erschienenen Comics um einen gewissen Seefahrer... Ebenso unerwartet war aber sicherlich, dass diese vergessenen Seiten vor Kurzem in einem Karton bei jenem Verlag wiedergefunden worden sind. In diesem schön aufgemachten Album sind sie jetzt erstmals zu lesen.80 S., HC, Querformat im Schuber 22,8 x 28,6 cm, € 25,90 |
WWII - Histoires de guerre Die in diesem dicken Band versammelten zwölf Geschichten sind nicht ganz so unbekannt, aber seit langem nicht mehr greifbar. Sie entstanden in den sechziger Jahren in Hugo Pratts kurzer englischer Phase für den Verlag Fleetway. Wie der Titel schon nahelegt, handelt es sich um Geschichten, die im Zweiten Weltkrieg spielen, an unterschiedlichen Schauplätzen und ohne echte Hauptfigur. Für spätere Veröffentlichungen sind die Geschichten immer wieder ummontiert worden. Hier liegen sie erstmals wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt vor.688 S., s/w, Klappenbroschur, 18,9 x 26 cm, € 62,00 zur Autorenliste Hugo Pratt |
© Casterman |