Dupuy & Berberian: Bienvenue à Boboland

Bienvenue à Boboland 1 © Fluide Glacial Man findet sie in den In-Vierteln jeder Großstadt, in der Lower East Side, in Notting Hill oder in Prenzlauer Berg: die Bobos in ihrer speziellen Mischung aus 'Bourgeois' und 'Bohémien' sind ein globales Phänomen. In ihrem neuen Album situieren Dupuy und Berberian ihr Boboland im Pariser Osten, an den Ufern des Canal Saint-Martin. Zwischen halb verfallenen Häusern und den Zelten der Wohnungslosen treiben sich da diese Gestalten herum. Sie sind (zumindest gefühlte) Mitte dreißig, haben Geld und sind doch irgendwie links, machen im Zweifelsfall irgendwas mit Werbung, kaufen nachhaltig erzeugte und fair gehandelte Bio-Produkte und - so werden sie in Bienvenue à Boboland eingeführt - 'haben den Durchblick, können reden, kennen die Welt und lieben alte Arbeiterviertel, weil die so authentisch sind und weil da die richtigen Leute leben'. In den manchmal ziemlich bösen, meist aber unheimlich komischen kurzen Storys und Strips gelingt den beiden Autoren, was Claire Bretécher in den 70er Jahren mit den Frustrés gelang: eine genau beobachtete und brillant umgesetzte Schilderung der prägenden gesellschaftlichen Gruppe ihrer Zeit. Die Souveränität, mit der sie neben ihrer zurzeit unterbrochenen Monsieur Jean-Geschichte und ihren eher graphischen Arbeiten hier das satirische Register ziehen, zeigt wieder einmal, dass Philippe Dupuy und Charles Berberian im Moment zu den ganz Großen des Comics gehören.
56 S., HC, 22,5 x 29,3 cm, € 17,90
 
PS: Mittlerweile ist ein zweiter Band - selbe Ausstattung, selber Umfang, selber Preis - über Bobos in aller Welt erschienen.
 
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