Wenn man von seinem grandiosen Meisterwerk Ibicus absieht, ist Pascal Rabaté in erster Linie bekannt als Chronist des ländlichen Frankreich. Seine Spezialität sind scharf beobachtete und doch liebevoll erzählte Schnurren aus dem manchmal gar nicht so einfachen Alltag der Menschen in Dörfern und Kleinstädten, die er in seinem typischen, leicht karikaturhaften Stil meist in schwarzweiß zeichnet. Von Zeit zu Zeit arbeitet er auch mit anderen Zeichnern zusammen. Dass er für die zweibändige Geschichte La Marie en plastique David Prudhomme gewinnen konnte, erweist sich als echter Glücksfall: Prudhomme (auch so einer der unterschätzten Comicautoren) vereinfacht in diesen Alben seinen zugleich flächigen und genauen Stil zu beeindruckend klaren Linien, die im Zusammenspiel mit der wunderbaren Kolorierung geradezu malerisch wirken. Und die Geschichte? In ihrem kleinen Haus mit Garten könnte die Familie Garnier glücklich und zufrieden leben, lägen sich die frömmelnde Großmutter und der kommunistische Großvater nicht ständig in den Haaren. Nachdem er ein Bild von Lenin an die Wand hinter der von ihr aus Lourdes mitgebrachten Plastik-Madonna aufgehängt hat, scheint ein wackliger Waffenstillstand erreicht zu sein. Doch dann beginnt die Figur, Blut zu weinen... Das alles ist mit leichter Hand und in beschwingten Bildern erzählt - ein wirkliches kleines Wunder.
jeweils HC, 22 x 30 cm
Première partie 56 S., € 19,90
Seconde partie 72 S., € 20,90
Intégrale 120 S., € 28,90