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Immer mal wieder tauchen in den Programmen der größeren Publikumsverlage ganz unerwartete, außergewöhnliche Comics auf - wie zum Beispiel die jetzt mit dem vierten Band abgeschlossene Reihe McCay von Jean-Philippe Bramanti und Thierry Smolderen. Grundlage dieser Geschichte über den Little Nemo-Zeichner Winsor McCay ist dessen eingehend recherchierte Biographie: die Stationen seiner Karriere als Zeichner, die Personen seiner Umgebung und die Städte, an denen er gelebt und gearbeitet hat, wie Detroit, Cincinnati und New York. Vor allem die für die Wende zum 20. Jahrhundert so typischen Orte schillernder Illusion, zu denen sich McCay Zeit seines Lebens hingezogen fühlte - Variététheater, Freak Shows, der Lunapark in Coney Island, die Weltausstellung in Chicago - werden in den flüchtig-expressiven, in Aquarell kolorierten Zeichnungen zum Leben erweckt. Vor diesem Hintergrund allerdings spinnen die beiden Autoren eine fiktive Geschichte um Liebe und Verbrechen, Kunst und Leben, Traum und Wirklichkeit. Und als Sahnehäubchen auf diese schöne Serie gibt es in jedem Band noch einen mit sehenswerten zeitgenössischen Abbildungen illustrierten dokumentarischen Anhang vom Szenaristen Smolderen, der ja nun auch einer der wichtigsten Theoretiker des Mediums ist.
je 56 S., HC m. Leinenrücken, 24 x 32 cm, € 21,90 |