Tardi/Manchette: Le petit bleu de la côte ouest

Le petit bleu de la côte ouest © Futuropolis Am Anfang und am Ende ein Mann, der, ein bisschen benebelt von Whisky und Tabletten, mit seinem Mercedes über den Pariser Périphérique rast und West Coast-Jazz hört. Dazwischen die Geschichte, warum er das tut. Eine unglaubliche Geschichte, die Geschichte eines ganz normal unzufriedenen und teilnahmslosen Mannes, der während des Urlaubs mit seiner Familie feststellt, dass man ihm nach dem Leben trachtet, der deshalb das Ferienhäuschen verlässt, um Zigaretten zu holen (das sagt er wirklich zu seiner Frau - dass man das noch mal lesen darf!), und in eine lange, aberwitzige Verfolgungsjagd verwickelt wird.
1977 hatte Jean-Patrick Manchette, der Vater des französischen "Néo-Polar", bereits das Szenario für Griffu (dt. Der Schnüffler) geschrieben. Jetzt, zehn Jahre nach seinem Tod, legt Jacques Tardi die erste von drei vorgesehenen Adaptionen eines Manchette-Krimis vor, im schon aus Le cri du peuple bekannten souveränen, unter Verzicht auf alle Grauschattierungen wie flüchtig wirkenden Strich. Wenn es auch in einer für ihn ungewöhnlich nahen Vergangenheit - den siebziger Jahren - spielt, ist Le petit bleu de la côte ouest doch nicht zuletzt durch den lakonischen Reportage-Ton des Erzählers ein typisches Tardi-Album, ereignisreich, fesselnd, meisterhaft.
Neuauflage:
80 S., s/w, HC, 22,5 x 31 cm, € 22,90

 
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