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Womöglich gibt es unter den unzähligen französischen Comics, die (bisher) nicht ins Deutsche übersetzt wurden, keinen, der bei uns so bekannt ist und so gerühmt wird wie Stéphane Heuets Adaption von Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Gut, Proust gehört zur Hochkultur, und da schaut die Presse und die geneigte Öffentlichkeit schon mal genauer hin, wenn sich ein Comiczeichner daran versucht. Doch diese Bände lohnen auch durchaus ein genaueres Hinschauen: Im Gegensatz zu den vielen Comics, in denen ein Werk der Weltliteratur zur Grundlage einer mehr oder weniger freien Bearbeitung wird - von Loisels Peter Pan bis zu Olivier Deprez' grandios-hermetischer Holzschnittversion von Kafkas Schloss - stellt Heuet seine Zeichnungen ganz in den Dienst der sorgfältig angepassten Vorlage. Die klaren, manchmal geradezu einfachen, zugleich aber besonders in der Darstellung der Kulissen ungeheuer detailreichen Bilder und die zurückhaltende Kolorierung fangen die Stimmung des Romanzyklus kongenial ein. Eine wunderbare Lektüre für Proust-Liebhaber wie auch für diejenigen, die sich bisher an das umfangreiche Werk nicht herangetraut haben. Ein kleiner Wermutstropfen: mit dem soeben erschienenen vierten Band ist noch nicht einmal ein Sechstel von Prousts Recherche in Comicform übertragen worden - da brauchen Autor und Leser noch einen langen Atem...
jeweils HC, 23 x 32 cm, 72 S., € 20,90 (Bd. 1), 48 S., € 18,90 (Bd. 2-4) Bd. 1 Combray Bd. 2 À l'ombre des jeunes filles en fleur 1 Bd. 3 À l'ombre des jeunes filles en fleur 2 Bd. 4 Un amour de Swann 1 |